REDAKTIONSMITTEILUNGEN: Das Juli-Flugblatt ist fertig

Das nächste Flugblatt ist fertig und hier kommt gleich der Link. Wir sind jetzt reationell fast vollständig: In dieser Ausgabe stellen wir Ihnen unser Maskottchen Monsieur Miezerich vor. Er kümmert sich um die Mäuse. Jetzt fehlt uns nur noch ein Mäzen, dann sind wir vollzählig.

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FEUILLETON-KULTURBETRIEBLICHES: Gauck will Nazis lieb und nett behandeln

FEUILLETON – KULTURBETRIEBLICHES

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„Gauck will Nazis lieb und nett behandeln“

Vor wenigen Tagen kamen mir zwei gebildete Menschen gleichzeitig in den Sinn, die sonst nicht im gleichen Zusammenhang auftreten. Kurt Tucholsky war der eine, weil er ein Gedicht über den geeigneten Umgang mit der NSDAP kurz vor dem Ende der Weimarer Republik schrieb. „Ihr müsst sie lieb und nett behandeln“, schrieb er darin, und den Faschisten Rosen auf den Weg streuen. Auch könne man sie küssen, wenn man sie trifft. Alles sei richtig, denn nur so seien die Wegbereiter von Hindenburg, Hitler und Krieg von der Marschroute ins gesellschaftliche Alltagsverbrechen abzubringen und auf den Pfad der Tugend zurück zu geleiten.

Rosen auf den Weg gestreut

Ihr müßt sie lieb und nett behandeln,
erschreckt sie nicht – sie sind so zart!
Ihr müßt mit Palmen sie umwandeln,
getreulich ihrer Eigenart!

Pfeift euerm Hunde, wenn er kläfft –:
Küßt die Faschisten, wo ihr sie trefft

Das Gedicht ist vermutlich der einzige Text, in welchem die Satire nicht sofort erkennbar ist, weil sie vom Glanz der bahren Münze Pazifismus überleuchtet wird. Im Glanz der bahren Münze Pazifismus erscheint das Gedicht als Kritik an der Gewalt roter und brauner Straßenkämpfe, die ja doch berechtigt ist. Wir sind doch keine Noskes, Herrschaftszeiten. Das Gedicht geht dann folgendermaßen und zum Ende eindeutig satirisch weiter:

Wenn sie in ihren Sälen hetzen,
sagt: »Ja und Amen – aber gern!
Hier habt ihr mich – schlagt mich in Fetzen!«
Und prügeln sie, so lobt den Herrn.

Denn Prügeln ist doch ihr Geschäft!
Küßt die Faschisten, wo ihr sie trefft.

Und schießen sie –: du lieber Himmel,
schätzt ihr das Leben so hoch ein?
Das ist ein Pazifisten-Fimmel!
Wer möchte nicht gern Opfer sein?

Nennt sie: die süßen Schnuckerchen,
gebt ihnen Bonbons und Zuckerchen …

Und verspürt ihr auch in euerm Bauch
den Hitler-Dolch, tief, bis zum Heft –:

Küßt die Faschisten, küßt die Faschisten,
küßt die Faschisten, wo ihr sie trefft –!

Theobald Tiger

Die Weltbühne, 31.03.1931, Nr. 13, S. 452

Der zweite kluge Mann heißt Joachim Gauck und war in besseren Tagen mal Bundespräsident, womit sich der berufliche Kreislauf vom Theologiestudenten zum Leiter der Gauckbehörde hin zur Krönung durch das Bundepräsidentenamt geschlossen hatte. Der ehemalige Päsident mit dem Ehrentitel „Freiheitslehrer“ sagte nach dem beträchtlich hohen Stimmenanteil der Nazis in Europa, man müsse der mit „erweiterter Toleranz“ begegnen. „Erweiterte Toleranz“ nach Gauck ist eine „mutige Toleranz gegenüber Intoleranten“. Franz von Papen war auch mal der Ansicht, man könnte Herrn Hitler sich abschleifen lassen, indem man ihn formaltolerant in den demkoratischen Parlamentarismus einbindet. Gauck ist aber nicht von Papen, und darum kann er viel weiter abschätzen, was passiert, wenn man die AFD nicht in parlamentarische Ausschüsse entsendet oder sie zu parlamentarischer Basisarbeit heranzieht:

„Treibt man, wenn man eine ganze Partei aus der kämpferischen Toleranz ausschließt und zu Feinden erklärt, ihre Mitglieder und Anhänger nicht noch weiter in eine Trotzreaktion?“, sagte er dem Nachrichtenportal „t-online.de“ mit Blick auf die AfD.

(zitiert nach Tagesspiegel online)

Braucht Toleranz Grenzen? Braucht Satire Grenzen? Gibt esGrenzen in der Satire, an denen das Witzemachen endet, weil es Punkte gibt, von denen aus ein Witz unanständig ist? Es ist unnaständig, sich witzig über den Urlaubswunsch seines Hausarztes zu äußern, wenn Frau Dr. bis an den Rand der Erschöpfung für den Gesundheitszustand des Spötters arbeitet. Scham und Schande.

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FEUILLETON-REZENSION: Der Krieg vor dem Krieg

FEUILLETON-REZENSION

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„Opfer und Gegner apathisch labern“

Mit dem Buch „Der Krieg vor dem Krieg“ hat Ulrich Teusch im Westend-Verlag ein Buch heraus gebracht, welches den Betrug von Politik, Militär und Wirtschaft auf eine früher

nicht gekannte Größe von Propaganda zurückführt

Niemand soll sagen, dass Krigestreiber lernunfähig wären. Sie haben gelernt. Vor allem haben sie gelernt, dass sie alle Interessen viel erfolgreicher durchsetzen können, wenn sie es nach dem Stichwort gebenden Attribut „hybrid“ aus der Propagandagranate „hybrider Krieg“ auf die Verbreitung von Informationen aller Art anwenden. Und zu welchem Zweck?

„Was erwartet uns 2019 und danach? Politiker, Diplomaten, Militärs, Journalisten reden wieder ganz offen über Krieg. Auch über den ganz großen Krieg. Es ist gespenstisch,

beängstigend. Alle Optionen, so scheint es, liegen auf dem Tisch.“ (Seite 15)

Journalismus, PR, Marketing, Kommunikation: Komplizen eines Informationsmonopols

Im Grunde stellt Ulrich Teusch eindringlich dar, wie es über die Studienbereiche Kommunikationsswissenschaft und Marketing zum Eindringen von Wirtchaftslobbyisten in den die Legislative und von dort als interessengeleitete Information über die „Publikative“ dazu kommen konnte, dass die einfachen Menschen der Gesellschaft durch Sat eins, Rad Ab und RTL, durch Bild, Blöd und Uni mit Informationen überschüttet werden, ohne die Chance zum Differenzieren zu haben. Sie werden im Interesse der globalen neoliberalen Kriegsvorbereitungen in ihrere Kritik-und Handlungsfähigkeit apathisch gelabert. Wenn man den „Besorgten“ bei ihren „Analysen“ so zuhört, merkt man schon, wie diese Leute vom Denken entwöhnt gegen ihre eigenen Interessen handeln. In Anlehnung an den sicherheitspolitischen Begriff „Massenvernichtungswaffen“ nennt der Autor Medien zutreffend „Massenzerstreuungswaffen“ und „Massentäuschungswaffen“. Über ihre Komplizenschaft schreibt er:

„Krieg geht mit Kriegspropaganda einher, permanenter Krieg mit Kriegspropaganda in Permanzenz. Wenn es in Kriegen zu einer Quasi-Gleichschaltung der etablierten Medien kommt, dann ist der Umstand, dass wir in einer Zeit des permanenten Krieges leben, möglicherweise der Hauptgrund für die mediale Formierung.“ (Seite 21)

Die Suche nach einer Wahrheit ist kein Gleichungssys ist kein Gleichungssystem mit dem eindeutigen ergebnis x ist gleich Null. Es ist vielmejr ein multiples Ergebnis mit x ist gleich 1 bis n. alles von 1 bis n gehört zum Ergebnis, alle Antworten von 1 bis n erklären die gesellschaftlich wichtigen Fragen von Einkommen, Gesundheit, Kultur, Bildung und Bequemlichkeit durch Wohlstand. Ja, auch eine Katze, wenn sie wählen darf, pennt lieber auf dem Sofa statt in der Scheune im Heu, und nascht lieber Fertigfutter, als selbst noch Mäuse zu jagen, wenn sie daran gewöhnt wird.

Auf Seite 42 kommt der Autor auf die durch die Bezeicnung einiger Medien als NATO-Pressestellen als zutreffend wie folgt charakterisierte Medien:

„Wenn sich Politik und Militär auf den Kriegspfad begeben, tragen auch herrschaftsnahe Journalisten die Kriegsbemalung auf. Friedensjournalismus hat dann ausgedient.“ (Seite 42)

Spezialkommando Geschichtsfälschung

Durch einen gründlichen Bezug zu den beiden maßgeblichen Warnern vor Totalitarismus, Sozialfaschismus und Abschaffung des Denkvermögens zeichnet der Autor gespenstische Erklärungen für alles, was beispielsweise in Deutschland mit Hartz Vier, Ärztemangel, Social Media, Wikipedia, Lobbyismus, Prekariat und und Wertedressur der Gesellschaft teils möglich, teils schon Realität ist. Die beiden Bezugsautoren heißen George Orwell und Aldous Huxlex. Die jeweiligien Werke heißen „1984“ und „Schöne neue Welt“. Auf einmal ist die Dokumentation des Alltags in Zeiten wie diesen eine friedenschaffende kapitalismuskritische Aufgabe. Wer, wenn nicht die großen und kleinen Helden des Alltags, sollte denn genauer beobachten können, was jene

abstrakt-fernen „Global Player“ und Finanzspekulanten aller „Wirtschaftswaffengattungen“ tun und wie es sich auf das Leben im Alltag auswirkt? Daran ist das Kriegstreiben zu erkennen: Wenn ein Hautarzt auf 60.000 Patienten kommt kein Bedarf für mehr Ärzte gesehen wird, obwohl Krätze. Schuppenflechten, Umweltschädigungen und Hautkrebs auf dem Vormarsch sind, dem Vormarsch im Kielwasser der Kriegstreiber und Kriegsdurchführer, die auch schon die vermeintlich heile Welt des ehemals unantastbaren Wohlfahrtseuropas befallen? Der neoliberale Sozialabbau in Europa ist das Erkennungsmerkmal der neoliberalen Weltkriegsvorbereitungen und Teildurchführungen der führenden Militärnationen der Welt. Wahrscheinlich darf es niemanden geben, der über Geschichte die Deutungshoheit hat. Auch nicht über die Geschichte des Sozialabbaus in Europa nach dem Ende der Ost-West-Konfrontation. Wo das Militär Handelswege und Rohstofflieferungen sichern soll, macht man die Bevölkerung am Besten mit billigen Smartphones zum Komplizen neolieraler Welthertrschaftspläne. Diesem Zweck wird alles untergeordnet, auch die Entwicklung der Sozialen Medien, der Künstlichen Intelligenz und der permanenten Reizüberflutung mit Unwichtigem und der Befassung der Bevölkerung mit Problemen, die gar nicht ihre eigenen sind. Wenn zwei Softwarefirmren einen Patentstreit haben, sind die Medien voll mit Ratgeberseiten, die fragen: Was müssen Verbraucher jetzt wissen?

„Wenn man Menschen die Chance nimmt, aus der Geschichte, aus ihrer Geschichte, zu lernen, sind sie beinahe grenzenlos manipulierbar.“ (Seite 103)

Wenn man schon nicht die Wahrheit sieht, kann man aber

erkennen, wo Propagandalügen stattfinden: Informationsvorenthaltung, auffällige Themenberieselung, Sprachgebrauch. Merke: Terroristen sind nur solange Freiheitskämpfer, wie man sie braucht.

(Ulrich Teusch, „Der Krieg vor dem Krieg“, Westend-Verlag, Frankfurt an der Börse, 2019)

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REDAKTIONSMITTEILUNGEN: Das Flugblatt für Juni 2019 ist fertig

Bitte sehr, liebe Leserinnen und liebe Leser, hier ist das neue Flugblatt. Viel Aha beim Lesen und dennoch einen schönen Sommer wünscht Ihnen

Hannes Nagel

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Fundstück: Das Seifenlied

Bei der Reichstagswahl 1928 hatten die Berliner Sozialdemokraten eine saubere Idee. Sie verteilten auf ihren Kundgebungen Toilettseife mit dem Aufdruck: »Wählt SPD«

Das Seifenlied
Wir haben unsre Brüder
mit Wahlkampfseife bedacht.
Das tun wir das nächste Mal wieder;
es hat sich bezahlt gemacht.

Wir schlagen Schaum.
Wir seifen ein.
Wir waschen unsre Hände
Wieder rein.

Wir haben ihn gebilligt
den großen heiligen Krieg.
Wir haben Kredite bewilligt,
weil unser Gewissen schwieg.

Wir schlagen Schaum.
Wir seifen ein.
Wir waschen unsre Hände
Wieder rein.

Dann fiel’n wir auf die Beine
und wurden schwarz-rot-gold.
Die Revolution kam alleine;
wir haben sie nicht gewollt.

Wir schlagen Schaum.
Wir seifen ein.
Wir waschen unsre Hände
Wieder rein.

Wir haben die Revolte zertreten
und Ruhe war wieder im Land.
Das Blut von den roten Proleten,
das klebt noch an unsrer Hand.

Wir schlagen Schaum.
Wir seifen ein.
Wir waschen unsre Hände
Wieder rein.

Wir haben unsre Brüder
mit Wahlkampfseife bedacht.
Das tun wir das nächste Mal wieder;
es hat sich bezahlt gemacht.

Wir schlagen Schaum.
Wir seifen ein.
Wir waschen unsre Hände
Wieder rein.

Das Seifenlied
www.youtube.com/watch?v=A-yzFERB1GE

Musik: Otto Stransky
Text: Julian Arendt/Bekannte
Interpretation: Ernst Busch

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FEUILLETON-KULTURBETRIEBLICHES: „Die Zweite Ausrottung“

FEUILLETON – KULTURBETRIEBLICHES

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„Die zweite Ausrottung”

Seit es in Deutschland wieder frei lebende Wölfe gibt, sind die Naturfreunde begeistert. Landwirtschaft und Forstwirtschaft jedoch schrieen und wehklagten in den Leserbriefspalten der Lokalzeitungen über jedes gerissene Tier, von dem sich die Neuankömmlinge ernährten. Die Förster beklagten den Tod der Rehe, die ihnen die Strecke versaute, und die Landwirtschaft den Tod der Schafe, dessen Vermeidung zu Schutzzäunen, Stallhaltung und Arbeitsaufwand zwang. Systematische trommelten sie für die Freigabe der Wölfe zum Abschuss. Der Nordkurier befand: Nun ist Zeit zum Reden – für die, „die mit dem Wolf leben müssen”.

Wenn Menschen einer Region ihre Lokalzeitung als wirkliches Sprachrohr für ihre Interessen betrachten, dann hat beim Thema Wölfe in Mecklenburg die Zeitung

„Nordkurier“ zwischen 2017 und 2019 gewissenhaft gearbeitet. Zu keinem anderen Thema der Berichterstattung hat das Blatt so umfassend Agenturmeldungen, Korrespondentenberichte und Leserbriefe moderiert wie zum Thema

Wolfsbeobachtungen. Mehr als 50 Berichte und über zehn Leserbriefe zeigen, wem das Thema bewegt: Naturschützer, Schäfer, Bauern, Jäger, Forstleute. Und den sorgenvoll seufzenden Minister Till Backhaus, der die Landwierte hofieren muss und die Umweltschützer nicht verprellen darf. Er muss den einen erlauben, Wölfe abzuschießen und den anderen die Hand reichen, um die Wölfe weiterhin als „Nicht Jagdbar“ zu klassifiziern.

Redezeit in Neubrandenburg

Noch haben die Wölfe ihren „Freisiedlerschein“ für geschütze Tierarten. Die eifrigsten Verfechter der Wolfsbejahung würden den Prozess der Abschussfreigabe mit der dazu nötigen Änderung des Bundesjagdgesetzes gerne verkürzen. Wer Schafe reißt, soll erschossen werden. Und wer als Wolf gesichtet wird, hat sich demnach „bedrohlich den Menschen genähert“- darauf soll schon bald die „letale Entnahme aus der Artenvielfalt“ durch Erschießen stehen. Bei der Nordkurier-Dikussionsveranstaltung in Neubrandenburg am 08. Mai 2019 sollen dem Vernehmen nach „sechs von sechzig“ Anwesenden geäußert haben, in Mecklenburg schon mal einem Wolf in freier Wildbahn begegnet zu sein. Damit scheint das Geschrei doch lauter zu sein als das Thema. In den Leserbriefen des Nordkuriers läßt sich eine Verschärfung der Tonart gegenüber den Wölfen beobachten. In den Anfangsjahren waren es moderate und besonnene Töne. Dann wuchsen die Rudel und die Kleinen mussten auch fressen. Die Kleinen wurden große und mussten noch mehr fressen, Und dann hatten die Kleinen bald wieder Kleine. „Wölfe gefährden die letzen Refugien unserer modern Agrarlanschaft. Wölfe gehören in abgezäunte Nationalparks“, schrieb ein Leser im November 2017. Ein Fürsprecher schrieb: „Ein Wolf, der gesund ist, greift keine Menschen an. Er verschwindet sofort, wenn er Menschen erblickt“. einer befand: „Gegen Wölfe helfen nur die Zäune, die man sich im Wildtierpark in Güstrow ansehen kann oder das Abschießen in von Menschen besiedelten Gebieten“. Ein Leser schrieb an die Adresse des Nordkurier: „ich und viele andere auch haben den eindruck, dass Sie Lobbyarbeit für die Wolfsgegener und die Jägerschaft betreiben.“ Einer, der sich regelmäßig zu Wort gemeldet hatte, quasi ein Einpeitscher des Vertreibungsfeldzuges gegen die Wöfe, schrieb: „Wölfe haben im dichtbesiedelten Deutschland nichts zu suchen. Sie sind gänzlich aus der Landschaft zu entfernen. Zu beseitigen ist die Wolfsbürokratie mit allen Experten und Forschern. Die Freilandhaltung der Wölfe ist zu beenden“. (Der Duktus dieses Schreibers auch)

Noch stehen die Wölfe als Geschütze Tiere im Gesetz. Aber die Reduzierung der Problemlösung auf das Abschießen ist noch nicht beendet. Wenn Social Media und PR-Kampagnen tatsächlich etwas bewirken können: Hier wäre mal ein Punkt, wo Ausrottungsbefürworter und Menschen, denen die Ehrfurcht vor dem Leben noch über dem Profit einer zu groß geratenen Land-und Viehwirtschaft einen Weg für die friedliche Koexistenz aller Schöpfungsmitglieder bahnen könnten.

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FEUILLETON-ZEITGEIST: „Die neue Kollektivierung der Volkswirtschaft“

„Die neue Kollektivierung der Volkswirtschaft“

Noch ist gar kein Sommer, aber der Mai ist gekommen. Anfang Mai hatte ein Jungsozialist der Sozialdemokraten mit beachtlichem Echo seine Stimme für Verstaatlichungen in der Wirtschaft erschallen lassen.

Kevin Kühnert von den Jungsozialisten heißt der junge Mann, der laut über eine Kollektivierung von riesigen Unternehmen nachdachte, so dass bereits reflexartig die Formulierung „VEB Fahrzeugkombinat BMW“ auftauchte. Aber auch Kühnert hatte die Idee nur aufgegriffen, die zuvor geäußert worden war, um das Problem bezahlbarer Wohnungen als soziale Frage in kurzer Zeit zu lösen – am Besten, noch in den kommenden zwei Legislaturperioden. „Jeder sollte nur soviel Wohnraum besitzen, wie er selbst bewohnt“, zitiert Deutschland liberalste Zeitung mit strammster ideologischer Ausrichtung Kevin Kühnert. Andere Medien zitierten ihn mit den Worten: „Der Kapitalismus ist in zuviele Lebensbereiche vorgedrungen“. Damit bestätigt der junge Sozialist eine n alten politischen Witz der DDR: Sozialismus – das ist Nacheiferung des Kapitalismus, bloß mit Urlaubsnischen, in die man sich zurückziehen kann. Denn zu Hause ging Privat über Katastrophe.

Insofern ist die Gleichsetzung von Kollektivierung mit Sozialismus nicht zu Ende überlegt. Noch ein alter Witz aus der DDR: Der Unterschied zwischen Sozialismus und Kapitalismus besteht darin, dass der Sozialismus eine Gesellschaftsordnung ist, der die wirtschaftliche Kompetenz fehlt, und der Kapitalismus ist eine Wirtschaftsordnung, der die gesellschaftliche Kompetenz fehlt. Warum aber nehmen selbst gestandene Kenner unterschiedlicher Gesellschaftsformen und verschiedener Gechichtsereignisse einen jungen Knaben wichtig, der vom Sozialismus nur die Schreibweise des Wortes im Lehrbuch kennt und die angelesenen Auslegungen noch dazu? Es ist, als sei unreifes, aber passendes Geschwätz der Reichweitenstreuung der Sozialen Medien zum Fraß vorgeworfen worden

Das einzige, was richtig ist an den Kühnertschen Thesen und den vorschnellen Interpreationen ausgewählter teile der Öffentlichkeit ist das Tabu der Privatisierung von notwendigem gesellschaftlichen Gemeinbesitz: Wasser, Luft, Pflanzen, Tiere – kurz: Schöpfung. Aber das hat mit Sozialismus nichts zu tun.

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FEUILLETON-ZEITGEIST „Der neue Kalte Krieg“ (update)

FEUILLETON-ZEITGEIST

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„Der neue Kalte Krieg“

„Der Neue Kalte Krieg“ ist in aller Munde und Titel einer Dokumentation des Fernsehkanals ZDF info. In „Der neue kalte Krieg. Mehr Atomwaffen für Europa“ reden Generäle, Politikwissenschaftler und der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz über das Undenkbare: Die atomare Wiederbewaffnung Deutschlands auch unter deutscher Einsatzbefugnis.

Der genannte Film -hier der Link dorthin- soll wohl schon im Januar gezeigt worden sein.

https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo-doku/der-neue-kalte-krieg-mehr-atomwaffen-fuer-europa-104.html

Der Duktus hat sich gehalten: Russland will den Westen angreifen wie die Krim. Darum war der Krimkrieg nur die Ankündigung der Zukunft Europas. Und deshalb müsse die NATO bereit und in der Lage sein, den potentiellen Aggressor von seinem Zugriff auf die neoliberale Freiheit der europäischen Wirtschaft im Konzert des globalen Kapitalismus im Schach zu halten – notfalls mit der gesamten militärtätigen Bündnismacht der NATO. Ein Großmanöver in Norwegen hat Russland nicht dazu provoziert, die NATO zum geplanten Seitenausfallschritt von der baltisch-skandinavischen Übungsfront auf das reale vorgesehene Gefechtsfeld Russland zu ermutigen. Darum probiert sie am 9. Mai etwas Neues: Wie lange braucht sie, um eine Kriegsgrundprovokation mit Cyberwaffen zu konstruieren und dann die politische und völkerrechtliche Erlaubnis zur Vernichtung Russlands einzuholen? Am 15. Mai will sie dann Bescheid wissen, ob sie Russland besiegen kann.

Spiegel-Online vom Samstag, 04.05.2019

Dem Spiegel zufolge soll das Manöver CMX heißen: „Crisis Management Exercise“. Wenn die Übung dann am 15. Mai beendet ist, hat die Politik noch 5 Wochen Zeit, um zu bedenken, ob sie tatsächlich den 77.Jahrestag eines Kriegsbeginns gegen den Lieblingsfeind des Westens mit einem neuerlichen Angriff auf Russland am 22. Juni begehen will.

Wer aber wirklich Krisen zu lösen gedenkt. der möge beachten, dass man immer nur Völker bestraft, wenn man politische Führungen mit Sanktionen belegen will. Wenn es aber das Wesen politischer Führungen ist, kriminell, korrupt oder karrieregeil die Menschen an der Basis des gesellschaftlichen Wohles zu missachten, dann hilft wohl nur noch, dass man Stadtgenossenschaften zur Basis des Staatsaufbaus macht. Und ansonsten eine Art sozialer Koexistenz zwischen Mafia und einachen Leuten schafft.

Der „Norkurier“, dessen Einzugsgebiet schon im vorigen Kalten Krieg waffenstarrend und kriegsflugzeugdurchlärmt war, kam nicht auch nicht umhin, den Wellenschlag der Militärübungen vor der eigenen Haustür wahrzunehmen. Damals waren es „die Russen“, die hier flogen und das sozialistische Lager „gegen den imperialistischen Klassenfeind“ verteidigten. Heute sind es „die Russen“, gegen die sich die NATO vom Boden der ehemlaigen DDR und des zumeist polnischen Ostblocks erhebt. So schreibt der Nordkurier, dass bei Pasewalk Autofahrer wegen Militärbewegung auf den Straßen anhalten mussten „und irritiert fragten, was das doll“. So dumm kann aber kein Ostdeutscher sein, um nicht zu wissen, was das soll. In Verbindung mit „Die NATO prüft den Ernstfall – der Gegner dürfte klar sein“ läßt sie ja den Russen keine Illusion darüber, dass der Jahrestag des Sieges über den Faschismus vom 9. Mai 1945 die letzte russische Feier ihrer Art sein soll. Am 8. Mai 2019 waren schon mal Ballergeräusche am Himmel über Neutrelitz zu hören. Und es waren nicht die Russen.

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FEUILLETON-ZEITGEIST

FEUILLETON-ZEITGEIST: Der neue Kalte Krieg

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„Der neue Kalte Krieg“

„Der Neue Kalte Krieg“ ist in aller Munde und Titel einer Dokumentation des Fernsehkanals ZDF info. In „Der neue kalte Krieg. Mehr Atomwaffen für Europa“ reden Generäle, Politikwissenschaftler und der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz über das Undenkbare: Die atomare Wiederbewaffnung Deutschlands auch unter deutscher Einsatzbefugnis.

Der genannte Film -hier der Link dorthin- soll wohl schon im Januar gezeigt worden sein.

https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo-doku/der-neue-kalte-krieg-mehr-atomwaffen-fuer-europa-104.html

Der Duktus hat sich gehalten: Russland will den Westen angreifen wie die Krim. Darum war der Krimkrieg nur die Ankündigung der Zukunft Europas. Und deshalb müsse die NATO bereit und in der Lage sein, den potentiellen Aggressor von seinem Zugriff auf die neoliberale Freiheit der europäischen Wirtschaft im Konzert des globalen Kapitalismus im Schach zu halten – notfalls mit der gesamten militärtätigen Bündnismacht der NATO. Ein Großmanöver in Norwegen hat Russland nicht dazu provoziert, die NATO zum geplanten Seitenausfallschritt von der baltisch-skandinavischen Übungsfront auf das reale vorgesehene Gefechtsfeld Russland zu ermutigen. Darum probiert sie am 9. Mai etwas Neues: Wie lange braucht sie, um eine Kriegsgrundprovokation mit Cyberwaffen zu konstruieren und dann die politische und völkerrechtliche Erlaubnis zur Vernichtung Russlands einzuholen? Am 15. Mai will sie dann Bescheid wissen, ob sie Russland besiegen kann.

Spiegel-Online vom Samstag, 04.05.2019

Dem Spiegel zufolge soll das Manöver CMX heißen: „Crisis Management Exercise“. Wenn die Übung dann am 15. Mai beendet ist, hat die Politik noch 5 Wochen Zeit, um zu bedenken, ob sie tatsächlich den 77.Jahrestag eines Kriegsbeginns gegen den Lieblingsfeind des Westens mit einem neuerlichen Angriff auf Russland am 22. Juni begehen will.

Wer aber wirklich Krisen zu lösen gedenkt. der möge beachten, dass man immer nur Völker bestraft, wenn man politische Führungen mit Sanktionen belegen will. Wenn es aber das Wesen politischer Führungen ist, kriminell, korrupt oder karrieregeil die Menschen an der Basis des gesellschaftlichen Wohles zu missachten, dann hilft wohl nur noch, dass man Stadtgenossenschaften zur Basis des Staatsaufbaus macht. Und ansonsten eine Art sozialer Koexistenz zwischen Mafia einachen Leuten schafft. 

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Redaktionsmitteilung: Das Flugblatt für Mai ist fertig

Redaktionsmitteilungen: Das Flugblatt für den Monat Mai ist fertig

Alles neu macht der Mai. Vielleicht auch besser? Ja, da liegt es: Was besser werden wolle eines Tages, dass lasset uns vertrauensvoll erstreben.

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