Gruppe 20: Arschgesicht und Eierkopp

Arschgesicht und Eierkopp

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Donald Trump, USA, und Wladimir Putin, Russland, fühlen sich durch den INF-Verrtrag ihrer Vorgänger Reagan und Gorbatschwow entfaltungsbehindert. Wir aber brauchen keine Entfaltungen, die welche die Sonne und den Frieden verdunkeln würden.

Arschgesicht und Eierkopp
sind Rüpel. Sie fühlen sich stark
Sie rütteln an einem Atomwaffenstopp
aus dem Rüstungskontrollvertrag.

Arschgesicht tönt es wäre sein Job
Eierkopp seinen zu zeigen
denn nur ein Arschgesicht darf oben on Topp
der Welt auf die Nerven rauf steigen

He Eierkopp he Arschgesicht
wir können auch ohne Raketen
leben, und daher brauchen wir nicht
Mittel, die uns würden töten.

Und wenn ihr nicht von alleine drauf kommt
wie unser Frieden wär zu erhalten
lest noch mal nach, damit es Euch frommt
bei den Vertragsabschließenden Alten.

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FEUILLETON-REZENSION: Die Macht des Willens

FEUILLETON-REZENSION

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Die Macht des Willens

„Schwester Nietzsche“

Friedrich Nietzsche hatte eine Schwester. Über diese Schwester schrieb Kurt Tucholsky, dass es ein Jammer für die Forschung sei, Lissy Förster die Entscheidung über den unveröffentlichten Nachlass des Philosophen anzuvertrauen. Elisabeth Foerster-Nietzsche hatte in Weimar das Nietzsche-Archiv gegründet „und gab umstrittene Ausgaben der Werke Nietzsches heraus“. So heißt es in einem Sammelband mit Werken von Kurt Tucholsky im Anhang der Herausgeber, weil mittendrin in „Lerne Lachen ohne zu Weinen“auf Seite 303 eine kleine Bissigkeit von Tucholsky steht. Tucholsky beißt:

„Man stelle sich vor, Friedrich Nietzsche wäre gestorben, ohne Angehörige zu hinterlassen. Und man stelle sich vor, Freunde hätten sein Werk on Obhut genommen. Und es käme nun eine Frau gegangen, die sagte : „Ich möchte das Nietzsche-Archiv verwalten. Und die Einleitung zu seinen Werken will ich auch schreiben.“ Was hätten sie gesagt? Nichts hätten sie gesagt. Man hätte die Achseln gezuckt und geschwiegen: eine arme Person“

(Tucholsky, „Lerne lachen ohne zu Weinen“, Verlag Volk und Welt, Berlin 1978)

Schade, dass Tucholsky da nicht weiter gemacht hatte. So wie Tucholksy über B.Traven schrieb, hätte er auch gut über Lissy Förster schreiben können. Gott sei Dank gibt es nach all den Jahren mit dem kurzen Appetithappen seit Ende Januar 2019 das Buch „Die Macht des Willens. Elisabeth Förster-Nietzsche und ihre Welt“von Ulrich Sieg. und man erfährt den Rest, den Kurt Tucholsky aufgrund anderer Aufgaben nicht geschrieben hat. Nämlich zunächst, dass Frau Förster eine ziemlich bizarre Person gewesen sein muss, um die die Forschung herum ging wie um eine bekannte Metapher, die meistens auf der Straße liegt. Das mag daran liegen, dass Frau Förster „nach der Katastrophe des Nationalsozialismus als Sündenbock der Philosophiegeschichte“ galt. (Seite 10) Sie soll einen Drang nach Anerkennung gehat haben, der sie unüberlegt dazu brachte, sich auch im Dunstkreis Adolf Hitlers fotografisch abbilden zu lassen. Ulrich Sieg benutzt in seinem Buch den Begriff „Damnatio memoria“, also „Verdammung der Erinnerung“. Nicht gedacht sollt ihrer werden. Das tut man nicht. Das ist so, als wenn die gleichen Leute, die Knut Hamsun bejubelt hatten, sich im Prozess gegen den norwegischen Schriftsteller nach dem ZWeiten Weltkrieg als moralisch reinwestige Ankläger hervorgetan hätten. Der norwegische Schriftsteller Knut Hamsun hatte ein völlig unerklärliches Faible für Hitler. Gleichzeitig war er ein literarisches Idol der Norweger wegen Büchern wie „Hunger“. Da will einer seinem Elend entfliehen, in dem er Bücher schreibt, aber weil er nichts zu Esssen hat, fällt ihm nichts ein. Daher bringt er seine Weste zum Pfandleiher,kauft sich ein Brötchen, und hat prompt den schönsten literarischen Einfall. Er will ihn aufschreiben, doch der Bleistift ist in der Westentasche und die beim Pfandleiher. So haut das Schicksal unbarmherzig einer im Aufbau befindlichen Existenz Knüppel gegen die Kniee. Wer Hartz Vier kennt und das schier aussichtslose Bemühen, aus der unverschuldeten Lage wieder heraus zu kommen, kann den Roman „Hunger“ ausgesprochen gut verstehen. Nachdem Krieg wandten sie sich allesamt von ihrem umjubelten Idol ab. In Deutschland flogen Hitlerbilder aus den Fenstern oder in die Öfen, und Schwester Nietzsches „Verdienst“ um das Werk ihres Bruders bewirkte, dass sowohl Bruder und Schwester für die genannte lange Zeit „aus der Erinnerung verbannt“ wurden.

Werkverfälschung ist ein schwerer Vorwurf und ein zum Teil schwer nachweisbare Tat, wenn einem die Vergleichsmöglichkeiten fehlen. Manche erheben diesen Vorwurf auch an Bibelüberlieferungen, aber auf der profanen Ebene bleibt doch stehen: Wer ein geistiges Werk verfasst, welches auch vo der Nachwelt noch gelesen werden soll, muss sich irgendwie darauf verlassen können, dass die Deutungshoheit beim „Nachlassgeber“ bleibt. Wenn dazu Verwalter nötig sind, müssen das Leute sein, die das Werk kennen, keine Eigeninteressen haben und das Wichtige vom Unwichtigen unterscheiden können. Die Vorstellung eines Geistersarbeiters, dass die Früchte der Arbeit, die noch nicht erkennbar in den Schutzmantel eines Buches gehüllt sind, mangels Erkennntis des Wertes als Altpapier entsorgt werden und dann vergebich als Antwort auf Forschungsanfragen gesucht werden, kann diesen Personenkreis rasend machen. Das ist verständlich. Bei Bertolt Brecht muss es anders gewesen sein: Dessen Erben kann man eine gewisse Werkskompetenz wahrlich nicht abstreiten.

Die Kehrseite der Kompetenzmedaille zeigt Ulrich Sieg auf Seite 13: Was immer Schwester Nietzsche über Bruder Friedrich schrieb: Es genoss hohe Wertschätzung. Warum? Weil man es so lesen wollte? Weil die Schwester den Nerv der Zeit traf?

„Elisabeths ausgedehnte Korrespondenz demonstriert nicht nur ihre Arbeitskraft, sondern zeigt auch ihren hohen Vernetzungsgrad in künstlerisch und intellektuell bestimmenden Kreisen.“ (Seite 13)

Einer davon war Harry Graf Kessler, der sie vom Vorwurf der philosophischen Ahnungslosigkeit frei spricht. Mit andern Worten: Gänzlich doof war Schwester Nietzsche nicht. Und wer nicht völlig doof ist, den muss man auch intellektuell ernst nehmen. Ulrich Sieg schreibt aber, dass der Intelligenz von Elisabeth-Förster Nietzsche am Ende immer doch die Tiefe fehlte. Sie blieb daher ein wenig schnatterhaft in der Werkseinschätzung. Das scheint mir doch das Bild nachhaltig in seiner Aussage zu verändern, welches Kurt Tucholskys eingangs zitierte bissige Bemerkung von Schwester Nietzsche zeichnete. Einen sehr breiten Raum nimmt die Beschreibung von Bekanntschaft, Ehe und Verhältnis Elissabeth Nietzsches zu dem Antisemiten Bernhard Förster ein, der sie scheinbar völlig untergbuttert hatte. Oder sie ließ sich aus Gründen der Familienräson bereitwillig und gerne unterbuttern. Vielleicht aber blieb ihr denken auch wieder bloss oberflächlich. Jedenfalls kann Tucholsky den Antisemitismus des Gatten und die Teilung des Antisemitismus durch die Holde als Merkmal für die von Tucholsky beanstandete latente Doofheit in Sachen der Philosophie bei Elisbeth Förster-Nietzsche gemeint haben.

(Ulrich Sieg, „Die Macht des Willens. Elisabeth Förster-Nietzsches Welt“, Carl-Hanser-Verlag, München 2019)

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FEUILLETON-ZEITGEIST: Arschgesicht und Eierkopp sehen Bedrohung des freien Wettrüstens durch den INF-Vertrag

FEUILLETON-ZEITGEIST

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„Die Bedrohung des freien Wettrüstens durch den INF-Vertrag“

Die Erinnerung ist frisch wie heute: Das Fernsehen übertrug eine Vertragsunterzeichnung zwischen zwei Politikern. Einer kam aus Amerika und hieß Ronald Reagan. Der andere kam aus der Sowjetunion und hieß Michail Gorbatschwow.

Ronald Reagan starb am 5.Juni 2004. Gorbatschow lebt noch. Er ist gerade 88 Jahre alt, und wenn es ihm gut geht, bekommt er gerade mit, wie ein Nachfolger des Amerikaners, mit dem er den INF-Vertrag unterschrieb, den INF-Vertrag kündigen will. Der andere Amerikaner heißt Donald Trump. Über ihn wäre nun weiter kein Wort zu verlieren, wenn nicht die Kündigung des INF-Vertrages zu einem neuen atomaren Wettrüsten und zu einer viel größeren Atomkriegsgefahr führen könnte, als sie in den Jahren 1983 bis 85/86 bestand. Als derVertrag 1987 unterschrieben wuree, war die Übertragung vielen vor den Geräten wartenden Menschen ein Jubel und ein Anstoßen mit bereitgestellten Getränken wert. Solch eine Reaktion erreichen sonst nur Weltmeistersiege, Lottogewinne oder erfolgreiche Mondlandungen. Aber politische Ereignisse? Für politische Ereignisse war eine solche Reaktion einmalig.

Der INF-Vertrag sah ein Rüstungsstopp und Rüstungsreduzierung von Raketen vor, die eine Reichweite zwischen 500 und 5.500 Kilometern hatten. In den Rüstungsarsenalen der führenden Militär-und Kriegsmächte der Welt, speziell den „Traditionsgegnern“ Russland und Amerika, riss die Einhaltung des Vertrages eine Lücke in die Mordmittel. Drohnen und die Mittel des hybriden Krieges inschließlich des Cyberkrieges reichen offenbar nicht aus, um erstens ein Bedrohungsszenario nach überlieferter Tradition aufzubauen und zweitens mit diesen Mitteln auch tatsächlich Kriegsziele zu erreichen.

Das dürfte der Knackpunkt sein: Zum Abschluss des INF-Vertrages führte ja gerade unter anderem die Erkennntis, dass diese Waffen zwar alles Leben auslöschen konnten, aber keinerlei Kriegsziel erreichen würden. Also wozu das dann?

Vernünftige Fragen gehören selten zu denen, die sich das Militär und die Politik stellen. Besonders nicht, wenn auf dem Brett vor dem Kopf des Militärs in der Handschrift von NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg die einseitige Kriegdrohung in Europa durch Russland festgestellt wird. In den geltenden Stratgiepapieren der NATO steht seit 2016 unter anderem drin, dass „jeder Versuch, die Schuld an der Lage von Russland abzulenken, genau diese Schuld beweist“. Jedes NEIN gegen die NATO, jede Unterstützung Russlands, will die NATO demnach als Bedrohungshandlung bewerten.

Alles Show und Säbelrasseln?

MIn Moskau sagten sie vermutlich „Na endlich“ und kündigten ebenfalls den „Rückzug aus dem INF-Vertrag“ an. Wenn es nicht so nach Kindergartengezank im Buddelkasten klänge, müsste man meinen, sowohl Moskau und Washington, Arschgesicht und Eierkopp, hätten den ungeliebten Vertrag mit Füßen gestoßen, weil die Atempause lang genug war. „Pack mas wieder“, ist jetzt der amerikanisch-russische Gemeinschaftsruf, und wie immer soll China die Ohren spitzen. Immerhin passt das Vorgehen ein wenig zu den modernen Kriegen, die für die Zukunft geplant sind: Keinem ist mehr die Schuld nachzuweisen, weil jeder seinen Anteil einem der anderen in die Schuhe schiebt. Das erinnert an einen amerikansichen Krimi, in dem der perfekte Moprd dadurch begangen wurde, das ein wildfremder Mann die Frau eines Tennisspilers töteet und den Tennisspieler seinerseits verpflichtet, die Frau des wildfremden Mannes zu töten. Das Kalkül geht davon aus, dass infolge des fehlenden Motivs keine Schuld mehr nachweisbar sein kann. Aber das Gute Ende des Films: Es sijnd eben doch die Unwägbarkeiten, die den Gang der Geschichte bestimmen, und darum kommt findet ein geplanter Mord nicht statt. Im Film.

Nachrüstung.

Holen die Rüstungsunternehmen nun ungehemmt alles nach, was ihnen der INF-Verrtrag 32 Jahre lang verwehrte? Oder werden bloss alle Verstöße gegen das 32 Jahre alte Abkommen nachträglich legalisiert? Hat sich mithin nichts geändert, und Michael Gorbatschow fühlt sich sich von dem amerikanischen Prädialamtsursupatoren Donald Trump geknüppelt

wie ein gefleckter Dorfköter? Ob nachträgliche Legalisierung oder Lücken im Arsenal schließen: Das schon in den 80er Jahren einseitig schuldzuweisend benutzte Wort der Nachrüstung dürfte erneut in den Wortschatz der Friedensbewegungen eingehen. Wobei denn heute zu fragen wäre, ob die Friedensbewegungen die Lippen auseinander und die Zungen uin Bewegung bekommen, um auf das Erfordernis der Zeit hinzuweisen:

-Frieden lernen

-Nachhaltig leben

-Weltbürger mit Nächstenliebe werden

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REDAKTIONSMITTEILUNGEN: Das Flugblatt Nummer 136 für Februar ist fertig


Liebe Leserinnen, liebe Leser, „Das Flugblatt“ für Februar 2019 ist fertig und kann ab sofort genossen werden.

http://hannesnagel.de/wp-content/uploads/2019/01/Das-Flugblatt-Nummer-136-01-02-2019.pdf

Fühlen Sie manchmal beim Lesen den Bedarf, der Redaktion etwas zu sagen, sich etwas von der Seele zu schreiben oder interessante Infos seriös zu verbreiten?

Dann machen Sie mit: Bei der Aktion Leser schreiben für Leser,

Beste Grüße

Hannes Nagel

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Gruppe 20: Manchmal

Manchmal

Manchmal möcht ich angehimmelt werden
bejubelt wie ein Künstler mit Erfolg
Für den gäbs auch kein größers Glück auf Erden
als ein Stadion gefüllt mit Volk.

Manchmal wär ich gerne ein Gefragter
an den sein Team sich wendet wie an Herrn Papa.
Jedoch ich bin bei allem Können ein Geplagter
Anerkennung-Sucher auf dem Wert-Basar

Zwanzig Punkte auf dem Wertbasar
ergeben pro Erzeugnis einen Stern,
und wenn der dritte Stern zum Greifen nah war
dann fragte bisher man den Sternenträger gern

Ach, warum nur zählt bei allem Schaffen
der Sternenwert und nicht der Wert an sich?
Man sieht beim Auf-die-Sterne-Gaffen
doch nie den Künstler, Macher, Dich und Mich.

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REDAKTIONSMITTEILUNGEN: Das Flugblatt Nr. 135 für Januar 2019 ist fertig

Liebe Leserinnen, liebe Leser, wegen Planerfüllung ist Das Flugblatt für Januar schon fertig. Hier ist es: 

Bis Januar ist Das Flugblatt zwecks Erholung „abgetaucht“

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FEUILLTON-ZEITGEIST: Der voreilige Siegeszug der Spaltung

FEUILLETON-ZEITGEIST

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„Der voreilige Siegeszug der Spaltung“

Die Qelle, ihre Studie und ihre Aussage

Am 5.November 2018 hat das Forschungsinstitut WSI der Hans Böckler-Stiftung eine Studie über die Verfestigung von Reichtum und Armut in Deutschland veröffentlicht. Das Wirtschafts-und Sozialwissenschaftliche Forschungsinstitut ist eine von drei Forschungsstellen der Böcklerstiftung, die mit den Ergebnissen der Forschungen in der Politikberatung tätig sein will. Neben dem Wirtschafts-und Sozialwissenschaftlichen Institut betreibt die Böcklerstiftung das Institut für Markt-und Konjunkturforschung (IMK) und das Hugo-Sinzheimer-Institut für arbeitsrechtliche Forschungen.

Wie alle anderen auch bestätigt das WSI die Tendenz der reicher werdenden Reichen und der ärmer werdenden Armen. Sie bieten aber auch eine überraschende Erklärungan: Das politische Nichtstun. Das Problem der Armut habe vor dem Hintergrund des Wirtschaftswunders nur als eine vorübergehende Erscheinung angesehen. Also müsse man keine Ewigkeitsmaßnahmen gegen Armut treffen.Ein Bundessozialhilfegesetz für vorübergehende Notlagen würde reichen. Aber die Armut tat nichts, um die Forscher zu bestätigen, sondern alles, um ihnen zu zeigen, wie falsch sie lagen. Daher war die Armutnie ein vorübergehender Engpaß, sonder immer der erste Schritt in einen dauerhaften Zustand. Im Laufe der Zeit und besonders heute im neoliberalistischen Stadium des Kapitalismus bröckelt sogar die unantastbargeglaubte soziale Sicherheit des Mittelstandes bzw. dessen Möglichkeit, den Wohlstand der Familienangehörigen über den eigenen Betrieb oder die Stellung in der Hierarchie eines arbeitgebenden Betriebes zu gewährleisten.Da bröckelt dann die ganze Gesellschaft,

„und in die Lücken, sie einem Keile gleich noch zu vergrößern, drängt sich europaweit der nationale Populismus.“ (*)

Wenn man so schaut, wird grad die Armut aus dem Zugang zu Kultur und Bildung selektiert. Weiterhin scheint die gegen Zusatzgeld erhältliche Lektüre bei Spiegel +, FAZ plus und SZ plus als ein Testballonfür eine an die Trennung zwischen arm und reich angepasste Klassenschranke. Die soll nur noch überwinden dürfen, wer berechtigt ist zu zu Information, Wissen und zielgerichtetem Planen von Befreiungshandlungen.Also von unten her keiner. Von oben her ein paar agitierende „Nomenklaturkader“. Wenn also an diesen Schranken nichts Aufhebendes geschieht, entsteht der Verdacht einer dahinter stehenden Absicht.

Danach haben die Autoren der Studie sich mit der Überlegung befast, ob es nicht wenigstens theoretisch noch Wendepunkte zwischen arm und reich gibt. An denen könnte dann die Verarmung aufhören und schrittweise wieder eine Rückkehr in die „kulturelle Teilhabe am gesellschaftlichen Leben“ möglich werden. Dieser Punkt – ich nenne ihn mal die Rubikonfurt – kann dann aber auch umgekehrt wirkten: Ein Schritt zu tief gesunken, und es gibt kein Zurück mehr. So entsteht ein „Fluß ohne Wiederkehr“, und diesen Fluß, der längst kein Bach mehr ist, geht alles Erreichte hinunter. Heißt: Bis wohin kann man sinken, um noch wieder hochzukommen, und ab welcher Tiefe ist keine Rückkehr mehr möglich? Die Studie wirft die interessante Frage auf, hat aber keine interessanten Antworten darauf parat.

Es haben also, scheint es, „die Betroffenen zu tun, denn aus dem Elend zu erlösen, geht nicht durch dass in tatenloser Starre Ruhen.“

Die Studie drängt zum Weiterdenken hinsichtlich einer Lösung der Situation oder eines Zurechtkommens mit ihr. Kann man mit der eigenen Armut glücklich leben und wenn ja, wie? Unweigerlich kommt man bei der Überlegung zu zwei Denkrichtungen: Franziskus von Assisi und die Bildung von Glücks-Fähigkeiten trotz Armut: Teilen als Sparen, Freundschaft als Hilfe und Nächstenliebe, und die Konzentration des Geistes auf die Erhaltung der Schöpfung statt auf den Profit. Denn was ist Profit, frei nach Marx? – Die Wertwerdung einer wertlosen Null. Also Betrug.

(*) Die kursiv hervorgehobenen Zitate dieses Beitrags flossen aus der Feder des polnisch-deutschen Sozialpropheten Adam Gilbert von Gleichenau)

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REDAKTIONSMITTEILUNG: Das Flugblatt Nr. 134 für Dezember 2018 ist fertig

Sehr geehrte Leserinnen, sehr geehrte Leser, hier finden Sie den Link zu dem neuen FlugblattDas Flugblatt Nummer 134 01-12-2018

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GRUPPE 20: Der Armutsschaffungshohn

Der Armutsschaffungshohn

 

Es war die Hoffnung des Verstandes

dass an den Grenzen jedes Landes

der Grund, der soviel Volk vertrieb,

die Menschen nicht mehr weiter hieb,

wenn sies auf neuen Boden schafften

um all das Leid rasch zu verkraften.

Es war die Urkraft vom Vertrauen

dass fremde Hände Brücken bauen.

Heut sieht man auch im Ankunftsland

was man zu Haus als Fluchtgrund fand

Statt Wohlstand wächst die Sklaverei,

ob man nun fremd, ob hiesig sei.

Das Kriterium der Selektion

ist nur der Armutsschaffungshohn.

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FEUILLETON-REZENSION: Benedict Herles, „Zukunfstblind“

FEUILLETON-REZENSION

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Zukunftsblind

Ein Autor Jahrgang 1984 schrieb 2018 ein Buch mit dem Titel „Zukunftablind“. Beim Erscheinen des Buches war der Autor 34 Jahre alt. Zum Zeitpunkt des Mauerfalls und des Ostblock-Endes war er 5 bis 6 Jahre alt. Den Endachtziger-Zeitgeist und den Wende-Zeitgeist hat er demnach nicht von Anfang an mit bekommen. Nehmen wir an, dass die bewusste Beobachtung von Politik, Gesellschaft und Zeitgeschichte ab 14-16 Jahren Lebensalters beginnt. Mit 14 bis 16 probiert einer, der Beobachter werden will, sich noch aus. Er hat noch Welpenschutz. er darf also unvollständig beobachten. Der Autor des Jahrgangs 1984 lebte mit 14 Jahren im Jahre 1998 und mit 16 im Jahre 2000. Die Jahre 1998 bis 2000 dürften dann seine ersten zeitgeschichtlichen Beobachtungsjahre gewesen sein und die von 2000 bis 2018 die bisher zweite Phase, nennen wir sie „Die erste Großphase“. In dieser ersten Großphase ist Benedict Herles Buch „Zukunftsblind“ angesiedelt.

(Benedict Herles, „Zukunftsblind“, Droemer, München 2018)

Der Untertitel erläutert, dass es in dem Buch darum geht, „wie wir die Kontrolle über den Fortschritt verlieren“. Der Untertitel setzt voraus, „dass wir die Kontrolle über den Fortschritt jemals in den Händen hielten.“ War das so? Wer kontrollierte die Aufklärung? Die Aufklärer oder ihre Geldgeber, die Forschungsreisen, Experimente und technische Entwicklungen finanzierten? Was ist mit Staaten und Gesellschaften? Hat die Menschheit aus all ihren Kriegen etwas gelernt? Ist sie „Fort geschritten“? Wohin? An welchem Punkt steht sie jetzt? Am Scheidepunkt der kreativen Intelligenz, die aus Erfahrungen Wissen schafft, zur künstlichen Intelligenz, die ähnlich wie Francis Fukuyama in seinem Buch vom Ende der Geschichte von fertig gedachten Zuständen der Gesellschaft ausgeht und alles weitere Geschehen nicht mehr als Entwicklung betrachtet, sondern als Algorithmus eines Handlungsablaufes, der einer von vielen ist? An diesem Punkt könnten tatsächlich sowohl die geistigen Jungspunde wie auch de gereiften und erfahrenen Damen und Herren das gleiche Unbehagen verspüren. Es wäre im Übrigen kein neues Unbehagen, denn „Das Unbehagen in der Kultur“ war 1930 Thema einer Veröffentlichung von Sigmund Freud. Insofern haben Autor und Thema beachtenswerte Vorbilder oder Glieder einer Reihe, in die sich Autor und Thema einordnen können. Benedict Herles versucht jedenfalls sehr ehrenwert, eine Dramatik in seiner Darstellung zu erzeugen. Sie gelingt nicht so ganz. Es ist, als ob ein Kind Jules Verne nacherzählt. Es mag in der Sache alles gut gelesen sein und auch in der Wiedergabe logischen Sinneinheiten folgen, aber zwei Dinge fehlen: Verständnis und Erzählfähigkeit. Das merkt man an zwei Platzhalterwörtern und einer Tendenz zum fortschrittsbegeisterten Jubeln. Die beiden Platzhalterwörter heißen Narrativ und Vision und tauchen immer falsch benutzt auf. Das Wort Narrativ hat in einem seriösen Text nichts verloren. Die richtige Verwendung von Narrativ ist, das Wort weg zu lassen. Mit diesen beiden Begriffen meint der Autor laut einer Erklärung einen Absatz weiter, dass es um Technikfolgenabschätzung geht und um Zielsetzungen. Die Abschätzung möglicher Folgen ist im Übrigen nicht nur bei der Entwicklung von Technik eine Grundüberlegung vor dem Beginn von Handlungen, sondern auch bei der Verabschiedung von Gesetzen. Bereits vor Jahren ließ mal das Justizministerium auf Anfrage mitteilen, dass Gesetzentwürfe lediglich anhand der Verfassung geprüft werden müssen, nicht aber bezüglich der Auswirkungen der Anwendung auf die Gesellschaft, das heißt, auf ihre Individuen. Im Grunde heißt Herlessens Gedanke, dass die Beschreibung der Aktualität und die daraus abgeleitete Weiterentwicklung immer hinter dem zurück steht, was vorne schon um die Ecke schimmert. Das ist schon fast so wie bei den Marxisten, wo die Produktivkräfte immer hinter den Produktionsverhältnissen zurück bleiben. Daher die rasante Beschleunigung, mit der man glaubt, „gestern“ würde „heute“ überholen, oder „heute“ „morgen“, aber „morgen“ „übermorgen“ ganz bestimmt. Nach einem beachtlich weit tragenden Bogen durch die technische Entwicklung im Computerzeitalter und den Plänen mit der künstlichen Intelligenz, die soweit gehen soll, dass der Mensch neue Kreaturen erzeugt statt bestehende wahlweise auszurotten oder genmanipulativ zu verändern kommt Herles doch – und beinahe überraschend – auf eine mögliche gesellschaftliche Auswirkung dieser Entwicklung. Er schreibt nämlich in dem Kapitel über den optimierten Menschen:

„Ein gesellschaftlicher Diskurs wird indessen nicht geführt. Von einem Konsens über das moralisch maximal Machbare kann keine Rede sein. Das gilt besonders in einer Welt, in der es keinen gemeinsamen ethischen Nenner gibt. Im schlimmsten Fall droht uns eine Spaltung der Spezies Mensch in eine natürliche und behandelte Art. Das Resultat wäre der ultimative Klassenkampf. Was, wenn eine genetisch optimierte Oberschicht bald einem unbehandelten Prekariat gegenübersteht? Das wäre die biologische Unumkehrbarkeit der Ungleichheit. Kapitalismus und Biologie würden untrennbar verschmelzen.“

Damit wäre dann auch das biologistische Denken bei Kapitalisten, Sozialdarwinisten, Rassenfanatikern und Neoliberalen geklärt. Und en passant die Erzeugung des Sklavengens für den derzeit erprobten neoliberalen Sozialfaschismus, den es überall in der Welt gibt und der in Deutschland Hartz Vier heißt.

(Benedict Herles, „Zukunftsblind“, Droemer, München 2018)

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